Von WIEN nach BUDAPEST.

Bei Flußkilometer 1930 war der Donauturm zu sehen.

            -"-                 1929  die Reichsbrücke bzw. die Reste der Reichsbrücke. Diese ist am 1.8.76 an einem Sonntag in den frühen Morgenstunden wegen Hochwasser eingestürzt. Die Katastrophe forderte ein Menschenleben.  Der Fahrer des Autobusses der gerade über die Brücke gefahren ist, konnte sich  noch rechtzeitig auf das Busdach retten. Nicht auszudenken, wenn die Brücke zur Zeit der morgendlichen Verkehrsspitze eines Wochentages eingestürzt wäre.....

Wir sind entlang der Donau gefahren, weil für den Donaukanal hätten wir eine Genehmigung des Magistrats Wien gebraucht.

Als Wahrzeichen der Stadt Wien muß noch der Stefansdom, liebevoll von den Wienern "Steffl" genannt, (mit der klangvollen Bummerin), erwähnt werden. 

Donaubrücke bei Bad Deutsch Altenburg, NÖ

Schon in vorgeschichtlicher Zeit war der begehrte, gelbweißliche, honiggelbe oder auch braunrote Stein aus Norden die Weichsel und Oder aufwärts der March entlang an die Donau gekommen.War dann von der Marchmündung aus über den Pontus Euxinus , das schwarze Meer, das Mare Adriatcum, die Adriahäfen bis nach Rom und Athen geliefert worden. Der Bernstein, von dem Zauberkraft ausgehen soll, war bereits damals sehr gefragt.

Als die Babenberger den Nordsüdhandel, die alte Bernsteinstrasse, über das rasch wachsende Wien und das von ihnen gegründete Wiener Neustadt lenkten, war die alte Römerbrücke über die Donau bei Carnuntum längst verfallen.

1973 entstand die neue Brücke. Künftig soll sie den allmählich wieder auflebenden Ostwestverkehr dienen.

 

Irgendwo in der Nähe von Fischament bei Flußkilometer 1909 hat Manfred seine 2. Brille beschädigt und mußte zeitweise im "Blindflug" weiterfahren.

Kurz danach ist ein Boot der Hafenpolizei in voller Fahrt vorbeigedonnert.  Folge: Wilfrieds Radio ist insWasser gefallen und somit außer Funktion. Von nun ab waren wir von der Umwelt ausgeschlossen. Gerhard Z. hat das Radio zerlegt und zum "Trocknen aufgehängt.

Zwischen Wien und Budapest besteht reger Passagier-

schiffsverkehr. Da begegneten uns mehrere Tragflügelboote , die mit ca. 60 km/h dahingleiten. Zum Vergleich: Wir haben 4 km/h geschafft.

Jedesmal, wenn ein Ausflugsschiff vorbeigefahren ist, hatte dieses Schlagseite, weil alle Passagiere auf unsere Seite gegangen sind, um die C93 zu fotografieren.

Wir haben das DOKW Petronell, Stauhöhe 10,4m, passiert und nähern uns Hainburg.

Dort haben wir noch Vorrat gebunkert:

Zahnbürste        Käse        Rum      Zigaretten 

Benzin                 Wasser, Wein       Eier     Brot

Speck                  Bier         Sonnenbrillen  Batterien

Reifenflickzeug                  Tonband          Feuerzeug.

Meine Kollegen haben noch protestiert, weil sie der Meinung waren in der Tschechoslowakei (heute Tschechien) hätten wir alles billiger einkaufen können.

Diese Anschaffung hat sich jedoch später als sehr sinnvoll gezeigt.

Bei diesem Einkauf haben wir zwei Ehepaare aus der BRD kennengelernt. Wilhem F. aus Aachen mit Frau und  Hans-Dieter M. mit Frau aus Vatterstetten. Die waren mit zwei schnellen Kajüte-Motorbooten unterwegs. Im Laufe der Fahrt zwischen Hainburg und Budapest haben wir uns immer wieder getroffen. 

Das Tullner- und Marchfeld.

Boot v. Wilhelm F.

Strategen aller Zeiten gefiel es, auf dem überdimensionalen "Exerzierplatz" ihre Truppen aufmaschieren zu lassen. Hier sammelten sich die Ungarn, um gegen Wien zu ziehen, hier rückten die Böhmen gegen die Habsburger vor, hier ordnete der Polenkönig seine Mannen, um mit Herzog Karl von Lothringen die Kaiserstadt zu befreien. Und in der jüngsten Geschichte formierte sich 1945 die rote Armee.

Die heute harmlos anmutende endlose Ebene war vielmehr die Voraussetzung für ein nicht unbeträchtliches Stück Geschichte und für das Entstehen von Wien.

Alpen und Karpaten waren seit jeher natürliche Hindernisse bei der Verschiebung größerer Truppenverbände oder gar ganzer Völkerscharen. Die natürliche und daher von der Donau genutzte Lücke zwischen beiden Gebirgen ist damit zugleich eine Schleuse zwischen Mittel und Osteuropa. Wer immer die beiden Großräume verbinden oder trennen wollte, war deshalb auf das Wiener Becken angewiesen.

     Um das Jahr 5 n. Chr. wurde eine vorrömische Siedlung

     mit dem illyrischen Namen Carnuntum (Karn=Stein) zu  

     einem Legionslager ausgebaut, um sich hier 
     kreuzende Handelswege von der Ostsee zur Adria 

     ( Bernsteinstraße ) und vom Rhein zum Schwarzen 

     Meer zu sichern. Die neben dem Militärlager ent-

    standene  Zivilstadt hatte ihre Blütezeit zwischen den

     2. und 4. Jhd. und zählte damals bis zu 50 000 (!) 

    Einwohner.    

Hainburg (5 730 Einw.) ist 1043 als Grenzbefestigung gegründet worden. Erhalten sind noch die alten Stadtmauern (13.Jhd.) mit mehreren Wehrtürmen. Das Wienertor (Museum) zählt zu den künstlerisch bedeutensten Stadttoren des deutschen Kulturkreises.

Wir haben Hainburg, Flußkilometer 1884,  verlassen und

sind in Richtung Tschechoslowakei gefahren. 

Um ca. 15:30h haben wir die tschechische Grenzstadt Bratislava (Pressburg) erreicht.
Vor der Grenzstelle wurden wir bereits von einem tschechischen Patrouillenboot empfangen. Die wollten uns zur Grenzstelle begleiten. Jedoch konnte das Motorboot nicht so langsam fahren wie wir.

Da nicht alle ein Aufenthaltsvisum hatten, durften wir nicht in Pressburg bleiben und mußten weiterfahren. Am liebsten hätten uns die Tschechen nach Ungarn weitergeschickt. Weil es aber schon am späten Nachmittag war, wäre sich das zeitlich nicht mehr ausgegeangen. Unsere deutschen Kollegen, die das selbe Problem hatten, sind mit ihren Motorbooten vorausgefahren und hatten einen schönen Platz zum Campieren ausgesucht.

Gleich in der ersten 1/4 Stunde haben die tschechischen Grenzorgane unsere Pässe kontrolliert und wollten, dass wir weiterfahren. Nach schwierigen Diskussionen und Rücksprache mit der Grenzstelle,  wurde uns das Bleiben für eine Nacht genehmigt. Wir wurden sehr gut bewacht. Die ganze Nacht haben sich die Grenzsoldaten in unserer Nähe aufgehalten.

Es war ein schöner Platz mit Feuerstelle und Sitzgelegen-

heiten. Wir haben gemeinsam mit Fam. F. und M. ein Abendessen eingenommen. (Wir hatten ja in Hainburg noch eingekauft). Anschließend gab es noch viel zu erzählen und der Wein aus der Wachau war sehr gut. Eine lange "feuchte" Nacht. (Die 6. Übernachtung).

Bevor wir uns zur Ruhe begaben, war noch auf der Donau ein Schlepper zu sehen. Die Besatzung suchte mit Scheinwerfern die Umgebung ab. Es war eine gewisse Hektik zu bemerken. Jedoch, wir konnten nichts verstehen und für uns war das ohne Bedeutung.

Erst Tage später konnten wir erahnen, was sich abgespielt hatte.

 

 

12.August.

Die Nacht war kurz und wir sind zeitlich am Morgen aufgebrochen. Die Salzachschiffer sind müde !

Wir sind entlang der Österreichisch- Tschechischen Grenze gefahren. Es ist eine trostlose Gegend. Anschließend ist die Donau Grenzfluß zwischen Ungarn und Tschechien. Vereinzelt haben wir Wachtürme gesehen. Sonst nichts.

 

In der Höhe von Györ, Flußkilometer 1800, sind wir bei einem gestrandetem Schiff vorbeigekommen. (Das hätte uns nicht passieren können, weil wir hatten ja Räder montiert). Kurz vor Komarom überholt uns die "Ybbs". Das war damals das größte Schiff der DDSG-Flotte. Da wir gerade beim Kochen waren, deshalb alle Hände voll zu tun hatten und außerdem noch von der tschechischen Wasserpolizei kontrolliert wurden, mußten wir Manfreds Handtuch hintenlassen.

Kamarom (12 000 Einwohner) ist die Grenzstadt zwischen Tschechien und Ungarn. Die nördliche Hälfte liegt in Tschechien. Eisenbahn u. eine Strassenbrücke verbinden beide Staaten und Stadtteile. Hier war auch die Zollkontrolle. Es war, wie damals üblich, ein unmöglicher Kontrollvorgang der über drei Stunden dauerte. Die hatten jeden einzelnen wie einen illegalen Einwanderer behandelt.

 

Zum Abendessen sind wir in Komarom in ein vornehmes Lokal gegangen. Das Schweinepörkölt (gewürfeltes Fleisch mit Paprikaschotten, Tomaten und viel Zwiebel) war nicht unser Geschmack. Unsere Freunde aus Bayern bzw. Aachen waren auch nicht vom Essen begeistert. Der ungarische Wein hat die Enttäuschung wieder gut gemacht.

Geschlafen haben wir direkt neben der Zollstelle.

 

Am Morgen des 13. August haben wir um 7:00h Komarom verlassen und sind durch die "Ungarische Wachau" in Richtung Estergom gefahren.

 

 

Unterwegs bei Flußkilometer 1762 zwischen Komarom und Esztergom.

Rudi, unser Schiffskoch, war gerade dabei unser Mittagessen zuzubereiten. Es gab ein gegrilltes Hendl. Gerhard Z. bediente den Holzkohlengrill der nur sehr schwer zu brennen begann. Normalerweise haben wir in so einem Fall bezingetränktes WC-Papier als Starthilfe benutzt. Es war jedoch unfreundliches Wetter, es hat genieselt  und wir hatten unser Foliendach aufgemacht. Deshalb konnten wir wegen Brandgefahr unsere bewährte Methode des Feuermachens nicht anwenden.

Etwas entfernt hatten wir jemanden gesehen der in der Donau schwamm. Da uns das sehr komisch vorkam, dass jemand bei diesem Sauwetter  baden geht, sind wir näher hingefahren. Er war kein Wassersportler sondern eine Wasserleiche. Wir vermuten, dass nach Pressburg, wo wir das Schiff beobachtet hatten ( wie berichtet hat die Mannschaft mit Scheinwerfern die Gegend abgesucht) dieser Mann über Bord gegangen ist.  Unser Appetit ist uns momentan vergangen. Wir haben einen Schnaps getrunken. Die Wasserleiche erhielt von uns den Namen "Franz".

Was tun ?  Gerhard Z. wollte Franz anhängen und bis nach Esztergom mitziehen. Das wurde von den Mitfahrern nicht akzeptiert. Daher sind wir weitergefahren. Wir haben ein Patrouillenboot das uns entgegen kahm aufgehalten und wollten den Grenzbeamten unseren Fund erklären.  Dabei kam es zu einem Mißverständnis. Die Grenzbeamten glaubten, dass einer von uns ertrunken ist und wollten uns nicht mehr weiterfahren lassen. Nach langem hin und her mit viel Schwierigkeiten (wir konnten uns nur mit Händen und Füssen verständigen) durften wir weiterfahren.

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Esztergom:  972 baute Fürst Geza den ersten Palast , in dem sein Sohn Stephan sich mit der päpstlichen Krone zum König der Ungarn krönen ließ.

Zwischen 1822 und 1869 ist die heutige Basilika , größte Kirche Ungarns , mit 118m Länge und 71,5m Höhe (Kuppeldurchmesser 33,5m) entstanden. Die Basilika besitzt eines der größten Altarbilder der Welt. Skulpturen aus weißen Carrara- Marmor, Renaissance- Kapelle und Heiliges Grab (Holzschnitzarbeit aus dem 15.Jhd.) gehören zu den Sehenwürdigkeiten dieser Kirche.

 

Visegrad, Flußkilometer 1790 (ca.2 500 Einwohner)

ist eine traditionsreiche Stadt und liegt zwischen Donau und Pilisgebirge.

Die einstige königliche Residenz präsentiert beinahe zwei Jahrtausende Geschichte. Das Prachtstück aus der Geschichte von Visegrad ist am Ortsanfang das berühmte 1326 erbaute Schloß, dass unter König Mathias (Corvinus) mit 350 Räumen einer der größten und prunkvollsten Renaissancepaläste Europas war, bevor es von den Türken und Habsburgern zerstört wurde.

Vor rund  80 Jahren hat man in Visegrad mit archäologischen Ausgrabungen des Königspalastes begonnen. Der ausgegrabene Palast ist 500m lang und 150m breit.

Wir waren bereits den zweiten Tag in Ungarn und hatten uns noch nicht angemeldet. Die ungarische Meldepflicht war damals bei Strafandrohung zwingend vorgeschrieben.

Rudolf und Gerhard Z. sind mit dem Bus nach Szentendre gefahren, haben aber den benötigten Stempel nicht erhalten. Deshalb haben wir auf die Anmeldung verzichtet.

Wir haben in Visegrad bei Donauschwaben, die uns sehr nett behandelten, zu Abend gegessen. Übernachtet haben wir anschließend am Floß.

Am 14. August sind wir der ca. 40km langen Donauinsel entlang gefahren und haben dort, vor den Toren von Budapest, einen schönen Campingplatz gefunden. Die Magareteninsel ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Budapester mit Schwimm- und Heilbäder, Tennisplätze und Sportanlagen.

Hier haben wir unsere deutschen Kollegen verabschiedet. Sie haben ihr Ziel erreicht.

Unsere Fahrt geht noch weiter.

 

 

BUDAPEST: ( Stadtteil Buda und Pest)

Mit ca. 2 Mio. Einwohner die Hauptstadt von Ungarn.

Flußkilometer 1660. Ungarischer Nationalstolz, fürstbischöflicher Machthunger und habsburger Prunksucht wirkten hier zusammen um das "Ungarische Rom" enstehen zu lassen. Als besondere Sehenswürdigkeiten werden hier genannt:

Das Parlament:

(Orsaghaz=Haus des Landes) 1885-1905 in neugotischen Stil erbaut und mit einer Neurenaissancekuppel versehen. Das riesige Gebäude ist 268m lang, 118m breit und 96m hoch.

Stephanskirche:

Die größte Budapester Kirche wurde 1851 zu Bauen begonnen. 1868 stürzte die Kuppel ein; Wiederaufbau 1873-1905.

Königs-und Ludwigsbad:

Hier kann man noch wie die alten Römer bzw. Türken baden.

Mathiaskirche:

Diese entstand 1255-69 und wurde im 14.u.15. Jhd. mehrfach im gotischen Stil verändert. Im Mittelalter war diese Kirche der deutschsprachigen Bevölkerung vorbehalten. Zahlreiche Krönungen ungarischer Könige fanden hier statt. 1536 steckten die Türken die Kirche in Brand und benutzten sie 1541 bis 1686 als Moschee. 1873-96 wurde das Bauwerk in seiner ursprünglichen Form rekonstruiert.

Fischerpastei:

Die Fischerpastei auf dem Burgberg wurde nach der Fertigstellung  der Mathiaskirche 1901-1903 errichtet. Ihren Namen erhielt sie nach einem unterhalb abgehaltenen Fischmarkt.

Es gibt noch viel zu sehen in dieser historischen Stadt, jedoch wäre ein separater Besuch von Vorteil.

Wir wollten eigentlich mit unserer C93 in der Stadt vor Anker gehen. Das war jedoch nicht möglich, weil 1. die Kaimauern zu hoch waren und 2. überall Anker- und Liegeverbot war. So sind wir zum südlichen Stadtrand von Budapest gefahren und haben im "Gebüsch" campiert. In die Stadt sind wir als Schwarzfahrer "zum Nulltarif" gefahren. Mit den Taxifahrern hatten wir schlechte Erfahrung gemacht, weil die wollten uns mit unseren Benzinkanistern nicht befördern. Wir mußten diese zu Fuß schleppen. Rudolf und ich hatten als Folge Wasserblasen an den Füßen.

 

Eine Spezialität der ungarischen Küche ist die Fischsuppe "Halaszle". Es werden Donaufischstücke mit Gemüse, Paprika, Pfefferoni und sonstige Gewürze in einem Kupferkessel gekocht. Das ergibt eine sehr scharfe Suppe.

Unterwegs haben wir einige male eine Halaszle gegessen. Aus diesem Grund hatte Manfred Magenbeschwerden (im Klarrtext "Dünnpfiff"). Deshalb konnte er am zweiten Tag nicht nach Budapest mitgehen. Er hat beim Floß Wachdienst geschoben und sich im Messerwerfen die Zeit vertrieben.