Von LINZ nach WIEN.

Am Schloß Ennseck vorbei in Richtung Mauthausen.

Wir haben für unseren Außenbordmotor Benzin getankt. Zwischenzeitlich wurden wir von einem Schotterbagger eingesperrt. Deshalb mußten wir das Floß ca. 300m flußaufwärts ziehen. Der Motor konnte die Gegenströmung nicht bewältigen. Kurz nach Mauthausen kam uns ein Frachtschiff entgegen. Wenn so ein Schiff mit 2000 PS in der Donau "umrührt" entstehen Wellen bis zu 1,5m.

DOKW Wallsee- Mitterkirchen passiert.

Grein: Sehr interessant ist das Stadttheater. Ursprünglich war das Gebäude ein Getreidespeicher. Wurde 1791 umgebaut um den Schiffsleuten etwas Abwechslung zu bieten. Es zählt zu den ältesten Schauspielhäuser Österreichs. Die Sitzreihen verfügen über Sperrsitze im wahrsten Sinne des Wortes. Jeder angesehener Bürger hatte seinen  Stammsitz und konnte seinen Klappstuhl mit einem Schlüssel absperren.

Die Insel Wörth war Anlaß zum Ausruhen. Siehe Bilder.

Nächste Station war die Schleuse des DOKW Persenbeug.

Da bereits ein Motorschiff der DDSG in der Schleuse auf uns wartete, wollten wir durch zusätzliches Rudern die Einfahrt beschleunigen. Dabei ist uns eine Ruderpinne gebrochen. In der Ybbser Scheide haben wir in einer kleinen Bucht angehalten. Oberhalb der Bucht sind wir in einem gemütlichen Landgasthof zum Abendessen gegangen. Da hat sich folgende Geschichte zugetragen:
Zwei ältere Herren unterhielten sich über 400m- und 1000m Lauf, den einer von beiden in jungen Jahren anscheinend bestritten hatte. Nach längerem hin und her und durch den guten Wachauer Wein motiviert, entschlossen sie sich einen Wettlauf durchzuführen. Der Wettlauf ging allerdings nur über einer Distanz von höchstens 20m, weil einer der beiden zu Boden gefallen ist.

Der Zweite ist die Distanz in relativer Rekordzeit gelaufen, weil er von einem Hund, der ihm zuletzt noch die Hose zeriss, verfolgt wurde.

 

 

 

 

 

Es war eine ruhige Nacht und wir hatten gut geschlafen. Jedoch mußten wir unser Dach ( Folie ) herunterlassen um uns vor den Gelsen (Stechmücken) zu schützen. In dieser Ansicht konnte unsere C93 leicht mit einer verschnürten Schuhschachtel verwechselt werden. Siehe Bild.

Am 10. August sind wir um 6:30h in Gottsdorf , Ende des Strudengaues, gestartet. Vor uns der Nibelungengau und die Wachau. Das ist landschaftlich sicherlich die reizvollste Strecke der Donau im österreichischen Gebiet. Als erstes sind wir an Maria Taferl vorbeigefahren. Das ist ein alter Wallfahrtsort. Die Grundsteinlegung der Wallfahrtskirche erfolgte schon 1660.

Nächste Ort war Pöchlarn. Sicher ist, dass Luitpold, der erste Babenberger, hier residierte, bevor er nach Melk umzog. Dies allein kennzeichnet bereits recht deutlich die wichtige Stellung, die Pöchlarn im Mittelalter innehatte. Dazu kam, dass sie auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein Zentrum war. Einer der wichtigsten Warenumschlagplätze an der Donau für Wein und Eisenprodukte. Letztere kamen vom steirischen Erzberg über Lunz nach Pöchlarn. Gleichzeitig versorgte die Stadt im Rahmen eines Gauhandelsverbandes ihr Hinterland. Die "Eisenwurzen" (Gebiet zwischen Scheibbs und Weidhofen a.d. Ybbs.)

Melk war die nächste Station. Die ersten Ansiedelungen entstanden aufgrund eines Donauüberganges; das slawische "Medilica" (von dem sich Melk herleitet).

Im Mittelalter wurde auch  in Melk schwunghafter Handel mit Salz (natürlich aus Hallein), Wein und Eisen betrieben. 1227 wurde Melk zum Markt erhoben.

Das Stift Melk aus dem 10. Jhd. ist als Stift mit den 1000 Fenstern bekannt. Als Besonderheit wird auf die Bibliothek mit ca. 85 000 Bänden, 2000 Handschriften und 850 Inkunabeln (Drucke aus der Zeit vor 1500) hingewiesen. Außerdem ist eine reichhaltige Sammlung von barocker Buchkunst vorhanden. 

Im Campingplatz von Melk haben wir nach vier Tagen wieder einmal geduscht und uns "salonfähig" gemacht. 

Ruine Aagstein

Melk : Flußkilometer 2034.

Vor dem DOKW Melk befindet sich das Schloß Arstetten, Grabstätte des 1914 in Sarajevo ermordeten Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Gattin.

Die Staustufe hat eine Höhe von 8,12m.

Auf einem 40m hohen Felsen über der Donau ist Schloß Schönbühel zu sehen. Die heutige Ansicht besteht seit 1819.

Als nächstes sind wir bei der Ruine Aagstein vorbeigefahren. Siehe Bild.

Hier lebten unter anderen die Herren von Kuenring, ein sehr einflußreiches Geschlecht (12. Jhd. bis 1335). Sie hatten des öfteren eine illegale "Maut" von den auf der Donau vorbeifahrenden Schiffen eingehoben. Nach dem Aussterben der Kuenringer ging die verfallene Burg durch mehrere Hände, bis sie 1429  Georg Scheck übernahm. Dieser begann unverzüglich mit dem Wiederaufbau. 1438 erhielt er das Mautrecht für alle donauaufwärtsfahrenden Schiffe.

Hinweis: 1996 wurde in Österreich die Autobahnmaut eingeführt. (Vielleicht am Beispiel der Kuenringer).

 Vorbei an Spitz. Die von Weinbergen umgebene, im Mittelpunkt der Wachau liegende Ortschaft hat eine spätgotische Pfarrkirche aus dem 15. Jhd.  Der barocke Hochaltar und das Altarbild stammen vom "Kremser Schmidt", der nicht nur wegen der Weinmarke bekannt ist.

Anschließend sind wir nach Weißenkirchen gekommen. Sehenswert ist die auf einer Anhöhe gelegene und von einer Wehrmauer umgebene Pfarrkirche. Übrigens ist hier die Donau 320m breit. Bis zu ihrem Ursprung im Schwarzwald sind es 874km, bis zur Mündung im schwarzen Meer noch 2013km. Bis Belgrad, unser Ziel, noch 854km.

DOKW Rossatz 7.47m Stauhöhe.

Dürnstein. Ein Ereignis, dass Dürnstein bereits im 12. Jhd. weit über unsere Landesgrenzen bekannt machte, war die Gefangennahme von König Richard Löwenherz von England. Die Herren von Dürnstein waren damals auch die Kuenringer.

Wir haben Dürnstein, Flußkilometer 2008, in Richtung Mauthausen verlassen.

Mautern (2900 Einwohner) ist "ein Spaziergang in die Römerzeit. Der Ort war damals die bedeutenste Siedlung entlang der norischen Donau. Reste der römischen Befestigung sind noch heute erhalten, als Beispiel seien Rundturm und Mauer im Nordwesten der Stadt erwähnt. Weitere interessante Einblicke in diese Zeit vermittelt das Römermuseum. Noch ein altes schriftliches Zeugnis von Mautern: Krimhild nimmt im Nibelungenlied in Mutaren(=Mautern)  Abschied von den Helden, die ins Hunnenreich ziehen.

Krems (23 500 Einw.), mit der Schwesterstadt Stein liegt am Ausgang der Wachau. Die Stadt hat eine sehr bewegte Geschichte und daher auch sehr viele Sehenswürdigkeiten.

Beachtenswert ist der Schmuckstein beim Steiner Tor "A.E.I.O.U. 1480" (Austriae est imperare orbi universo; Alles Erdreich ist Österreich untertan):  Da waren wir noch Österreich (heute nur noch Österarm).

Was liegt zwischen Krems und Stein? Diese frage stellten sich bereits früher Schiffsleute zum Scherz. Die Antwort ist ganz einfach "UND". Es gibt tatsächlich einen Ortsteil mit diesem Namen.

Etwas später haben wir die Eisenbahnbrücke erreicht. Uns ist nur aufgefallen, dass sich die Brückenbauer von der linken- und von der rechten Donauseite nicht einigen konnten. Siehe Bild.

Wir passierten das DOKW Grafenwörth und Altenwörth.

In der Staustufe Altenwörth hatten wir 40 min. Aufenthalt. Es regnete in Strömen. Bei der Ausfahrt von der Schleuse hat uns der Motor in Stich gelassen. Wir mußten rudern. Ein Unglück kommt selten alleine; Das Ruder ist noch aus dem Leim gegangen.

Als nächstes sind wir am Atomkraftwerk Zwentendorf vorbeigefahren. Eins steht fest: Das AKW ist das sicherste der Welt, weil es niemals in Betreib genommen wurde.

 

Durch die Schleuse  DOKW Tulln,  8,14m hoch sind wir bei Flkm. 1964 in Tulln eingefahren. Wir hatten am Jachthafen angelegt. Es war schon ein ulkiges Bild, die C93 zwischen den Luxusschiffen.

Nach dem Motto, wo eine Kirche ist auch ein Kirchenwirt, sind wir im Gasthaus Pfannhauser eingekehrt.

Wir haben in Tulln übernachtet. Die alte Stadt (11 300 Einw.), das römische Comagena, ist im Nibelungenlied als "Tulne" erwähnt und war kurze Zeit auch eine Residenz der Babenberger.

Weiter der Donau entlang ist auf der rechten Seite die Burg Greifenstein. Gegenüber zur Linken ist die Burg Kreuzenstein. Die Burg Greifenstein wurde im 11. Jhd. errichtet, nach Zerstörung durch Türken und Schweden 1670 wieder aufgebaut. Die Burg Kreuzenstein wurde 1874 bis 1907 vom Grafen Hans Wilczek an der Stelle einer 1645 von den Schweden zerstörten Burg aus dem 12.Jhd. unter Einbeziehung mittelalterlichen Bauteilen errichtet. Die mit prächtigen Stilmöbeln, wertvollen Waffen u. Kunstsammlungen eingerichtete Burg ist das schönste Beispiel einer romanisch- gotischen "Idealburg".

In Korneuburg sind wir an der Schiffswerft vorbeigefahren.

Anschließend haben wir die Stadt Korneuburg erreicht. Die in kürzester Entfernung ca. 7 km nördlich des Wiener Stadtrand liegende Stadtgemeinde Klosterneuburg ( 23 000 Einwohner) besteht u.a. aus  zwei größeren Orten. Dem nördlichen Kierling und dem südlichen Weidling, die schon unter den Römern als Asturis eine bedeutende Ansiedlung war. Klosterneuburg ist durch sein Augustiner-Chorherrnstift berühmt. Dieses wird als das bedeutenste unter den österreichischen Stiften angesehen, weil es auch seit jeher beim Herrscherhaus eine bevorzugte Stellung hatte.

DOKW Klosteneuburg, Stauhöhe 10,06m.

Um 8:05 sind wir in Wien angekommen. Über Wien hier eine Beschreibung zu machen, möchte ich nicht einmal versuchen, weil über diese Stadt gibt es genug Literatur.