Von RIEDERSBACH nach PASSAU.

Tittmoning

Es war toll. Wir fühlten uns wie richtige Salzachschiffer. So

hatten wir uns das vorgestellt !
Es war eine unheimliche Stille in der Salzachau. Nur das rauschen an den Schwimmkörpern, verursacht durch den Sand der im Wasser mitgespült wurde, war zu hören. Zwischendurch sind Wasservögel hochgeflogen die diese Ruhe durchbrachen.
Nach ca. 2 Std. haben wir Tittmoning erreicht. Die über 750 Jahre alte Stadt war immer schon ein Schmuckstück an der Salzach und hat sich bis heute ihr mittelalterliches Aussehen bewahrt. 600 Jahre lang war Tittmoning mit dem
Erzstift Salzburg verbunden, aus der seine Schönheit stammt. Der Salzburger Erzbischof gehörte zu den wohlhabensten Reichsfürsten und unterhielt das Schloß nur als Jagdschloß. Später wurde es zur Burg umgebaut um sich vor den Bayern zu schützen.

 

Als wir unter  der Tittmoninger Brücke durchgefahren sind
haben uns noch Freunde und Bekannte nachgewinkt.

 

Wir sind bei Reitenhaslach, das älteste (1146) Zister-
zienserkloster im heutigen Oberbayern, vorbeigefahren und
haben ca. 9:30 h Burghausen erreicht. Diese über 1200 Jahre alte Stadt beherbergt die längste Burg der Welt
(1051m). Burghausen war im 16. und 17. Jahrhundert Hauptstadt dieser Region. Bis 1779 gehörte nämlich das Innviertel noch zu Bayern. Die Stadt hat sehr viele Höhen und Tiefen mitgemacht und ist heute mit dem neuentstandenen Altstadtbild sicherlich eine der schönsten

Salzachstädte.

Nach der alten Salzachbrücke haben wir das erste mal bemerkt, dass dieser Fluss ein Gebirgsfluss ist. Mit viel Anstrengung haben wir unser Floß duch die Stromschnellen gesteuert.
Anschließend sind wir zum "Salzach-Innblick" gekommen. Das ist ein Vogelparadies.

 

Auf dem Inn erreichten wir als erstes die Staustufe Ranshofen. Wir mußten unser Floß aus dem Wasser ziehen, weil am Inn keine Schleusen bestehen. Mit unserem Seilzug versuchten wir vergeblich das Floß an Land zu ziehen. Zum Glück wurde mit einem Caterpillar Treibholz aus dem Inn "herausgeangelt". Mit Hilfe dieser Schubraupe ist es mit Leichtigkeit gelungen die C93 an Land zu heben.
Zum Verdruss hatten wir bei einem Rad einen Reifenplatzer und konnten nur mühsam mit einem Rad die Staustufe umfahren. Siehe dazu folgende Bilder.

 

Tittmoning

Burg Tittmoning

Als nächtes mußten wir das Floß nach der Staustufe wieder über steile Granitstufen ins Wasser hinunterlassen.
Es war schon ein Stück harte Arbeit. Aber dafür haben wir uns anschließend ausgiebig dem Nichtstun gewidmet.

Braunau war unsere nächste Stadt an der wir vorbeigefahren sind. Die Bezirks- u. Grenzstadt zu Simbach  hat ca. 20 000 Einwohner. Sie ist eine alte Festungsstadt mit einen mittelalterlichen Stadtbild. Vielleicht hat der Name Braunau  auch einen dort gebürtigen und späteren Reichsführer veranlasst die "braune Partei" zu gründen?
Es war bereits Nachmittag und wir dachten schon ans Abendessen. Deshalb haben sich Wilfried und Gerhard B. als Fischer versucht. Es blieb nur beim Versuch. Wir haben keinen einzigen Fisch gefangen. Dafür hat uns Rudi mit seinen Kochkünsten verwöhnt.

Bei Flußkilometer 50 war die zweite Staustufe Frauenstein zu überwinden. Es war, obwohl wir Befürchtungen hatten, überhaupt kein Problem das Floß umzusetzen.

Kurz vor Obernberg, Flußkilometer 39, haben wir das erste Nachtquartier aufgeschlagen. Zum Abendessen gab es schnelle Küche: Ham and eggs.

Die C93 wurde fest verankert und wir haben an Land in Schlafsäcken am Boden die Nacht verbracht.

Am. 7. August frühmorgens, nach einem kräftigen Frühstück ging die Reise weiter.Wenig später mußten wir das Floß wieder an Land bringen, weil die Staustufe Obernberg vor uns lag. Bei der Anfahrt hatten wir die erste Zollkontrolle. Der Zollbeamte, Herr Sageder, war vorerst sehr genau. Als er aber sah, dass alle "Papiere" in Ordnung waren, hat er sich sehr hilfsbereit gezeigt. Er besorgte uns ein Rad um unseren "Plattfuß" zu reparieren. Leider brach das Rad nach kurzer Zeit entzwei. Mit viel Glück haben wir zwei Moped-Räder aufgetrieben und montiert. Somit war unsere C93 wieder voll land- u. seetüchtig.

Jedenfalls war ein großer Menschenauflauf als wir  unser Floß, begleitet von einem Zollbeamten (der den Autoverkehr regelte) durch Obernberg geschoben haben.

 

 

Schärding

Obernberg ist ein Grenzübergang zu Bayern mit einer alten Burg und einem Stadttor aus dem 16. Jahrhundert. Besonders schön ist die gotische Kirche und der Marktplatz mit dem Brunnen von 1658 und den vielen , mit Rokokoschmuck verzierten Giebelhäusern. Das Heimathaus im Gurtenhof birgt heimatkundliche Sammlungen aus der Zeit der Innschifffahrt und der Goldwäscherei am Inn.

Nächste Station war Reichersberg mit dem hoch über den Inn liegenden Augustiner Chorherrnstift. Es wurde 1084 gegründet, brannte 1624 ab und wurde im 17.Jhd. im Frühbarokstil erbaut.

In Suben haben wir die Staustufe an der bayrischen Seite umfahren.

Schärding, ebenfalls Grenzstadt am östlichen Innufer wurde durch die größte Kneipp-Kuranstalt in Österreichs auch ein bekannter Fremdenverkehrsort. Das mittelalterliche Stadtbild wird von den Resten der alten Burg (15.Jhd.), von der gut erhaltenen Stadtmauer mit ihren Befestigungstürmen und Stadttoren ( Linzer Tor, Wassertor u. Passauertor) auch aus dem 15.Jhd. geprägt.

Besonders typisch für das Aussehen einer ehemaligen mitteralterlichen Burgsiedlung ist die Anlage der beiden Stadtplätze (oberer u. unterer Stadtplatz) auf denen noch zahlreiche Bürgerhäuser aus dem 16. bis.19.Jhd. mit dem charakteristisch spätbarocken Giebel erhalten sind.

 

Als letzte Stadt der ersten Etappe erreichen wir Passau.

Die kürfürstliche Stadt in Niederbayern, am Zusammenfluß von Donau, Inn und Ilz ist Bischofsitz, Universitätsstadt und hat 52 000 Einwohner. Besonders erwähnenswert ist der Dom (15. bis 17. Jhd.) mit seiner großen Orgel. Passau war zur Zeit der Salzschifffahrt ein großer Umschlagplatz. Heute würde man sagen ein Verkehrsknotenpunkt.

Alle diese schönen Städte von Salzburg bis nach Passau verdanken ihre Schönheit und den Reichtum der Salzschifffahrt deren Ursprung auf die Keltenzeit (500 v. Chr.) zurückzuführen ist.

Auf dem Dürnberg (nähe Hallein) wurden verschiedene Funde gemacht, die eindeutig beweisen, dass das "weiße Gold" als Tauschobjekt über die Salzach den  Inn und der Donau bis ans schwarze Meer gebracht wurde.